Letztes Wochenende hat es mich wieder zur ADAC 24h eCompetition an den Hockenheimring verschlagen.
Freitagabend rein, Akku halb leer, Vorfreude voll geladen.
Und wie startet man so ein Wochenende stilecht? Natürlich mit einem Abendessen im Berghof Weinäcker – gemeinsam mit den legendären Rote Jacken Racing.
Die Jungs und Mädels tragen ihre Jacken zwar rot, aber ihre Gespräche sind mindestens genauso würzig wie das Essen. Perfekter Warm‑up‑Modus!
Am Samstag ging’s dann früh los: Während andere noch mit ihrem Kaffee verhandelt haben, habe ich mir meinen Arbeitsplatz für die Bildbearbeitung aufgebaut – Kabelsalat deluxe, aber am Ende lief alles wie ein frisch geladener Akku. Parallel dazu wurden draußen schon die Autos für das Rennen vorbereitet. Schrauben, Kleben, Fluchen, Lachen – die übliche Mischung, wenn ein 24‑Stunden‑Event bevorsteht.
Dann stand der große Check‑in an. Die Fahrer mussten alle durch, und ich natürlich auch – schließlich wollte mein Media‑Jacket abgeholt werden, bevor es jemand anderes in die Finger bekommt. Die Teams bekamen dort ihre Startnummern und Aufkleber, die anschließend liebevoll, präzise und manchmal mit erstaunlich viel Klebeband an den Fahrzeugen angebracht wurden. Rennvorbereitung à la eCompetition: organisiert, chaotisch, herrlich.
Danach ging’s direkt weiter im „eCompetition‑Modus“: Erstmal ab zum Fahrerbriefing – der heilige Ort, an dem alle wichtigen Infos für den Hockenheimring in konzentrierter Form über die Bühne gehen. Da wird nichts dem Zufall überlassen: Streckenlayout, Überholregeln, Lichtsignale, Flaggenkunde, Safety‑Car‑Drama, Boxengassen‑Etikette – alles einmal quer durch den Rennzirkus.
Dazu kommen die GPS‑Transponder, diese kleinen Hightech‑Dinger, die jede Runde millimetergenau messen und ohne die niemand auch nur einen Meter offiziell gefahren ist. Natürlich inklusive Anleitung, wie man sie korrekt ans Auto schraubt, klebt oder sonstwie befestigt, ohne dass sie beim ersten Schlagloch in die Rente gehen.
Obendrauf gab’s noch Infos zu Einführungsrunden, Test‑ und Einstellfahrten, Startaufstellung und allem, was man sonst noch wissen muss, um nicht schon vor dem Start unfreiwillig für Unterhaltung zu sorgen. Ein Briefing wie ein guter Espresso: kurz, stark und absolut notwendig.
Danach ging’s für mich direkt auf Entdeckungstour: einmal quer durch die Boxen und die Boxengasse, Kamera im Anschlag wie ein Paparazzo auf Koffein. Überall wurde geschraubt, geputzt, diskutiert, improvisiert – die perfekte Mischung aus Rennsportromantik und leichtem Chaos. Genau der Moment, in dem man als Fotograf weiß: Jetzt wird’s gut.
Zwischen Werkzeugkisten, Kabeln und konzentrierten Gesichtern habe ich die Teams bei ihren letzten Vorbereitungen eingefangen. Manche hochfokussiert, manche entspannt, manche so tief im Schraubmodus, dass sie mich erst bemerkt haben, als ich schon wieder weg war. Ein bisschen Boxengassen‑Safari, ein bisschen Rennsport‑Dokumentation – und jede Menge Material für die Speicherkarte.
Im Anschluss folgte die interne Teambesprechung – der Moment, in dem alle einmal tief durchatmen, so tun, als hätten sie seit Tagen alles perfekt im Griff, und dann doch noch schnell die letzten offenen Fragen klären. Zwischen Rennstrategie, Fahrerwechseln und „Wer hat eigentlich den Schraubenschlüssel von gestern?“ wurde der Plan für die nächsten Stunden festgezurrt. Ein bisschen wie ein Familienrat, nur mit mehr Adrenalin und deutlich weniger Keksen.
Danach bin ich nochmal kurz durch die Boxen, wo die letzten Vorbereitungen liefen und die Fahrzeuge zur technischen Abnahme antraten. Das ist immer dieser magische Moment zwischen „gleich geht’s los“ und „hoffentlich fällt jetzt nichts mehr ab“. Überall wurde noch schnell etwas festgezogen, nachjustiert oder mit einem sehr entschlossenen Blick begutachtet. Die technische Abnahme selbst wirkte wie eine Mischung aus TÜV, Rennsport und leichtem Nervenkitzel: einmal durchchecken, ob alles regelkonform ist, ob die Aufkleber sitzen, die Transponder blinken und kein Kabel dort hängt, wo es nicht hängen sollte. Ein bisschen Stress, ein bisschen Spannung – und genau die richtige Portion Rennwochenende.
Zwischen 13:00 und 13:45 Uhr war dann Showtime für die Einführungsrunden – die Pflichtveranstaltung, bei der jeder Fahrer mindestens einmal auf der Strecke gewesen sein muss, egal ob am Lenkrad oder als Beifahrer mit leicht angespanntem Blick. Ich nutze diese Runden traditionell für meinen persönlichen „Rückbank‑Special‑Ride“: einmal hinten einsteigen, Kamera raus, und versuchen, trotz Kurven, Beschleunigung und gelegentlichem Seitenhalt ein paar brauchbare Fotos aus dem fahrenden Auto zu schießen. Dazu gibt’s schon die ersten Motive direkt an der Strecke, perfekt zum Warmwerden.
Das Team Rote Jacken Racing war an diesem Wochenende gleich doppelt vertreten: ein Tesla Model 3 SR mit kleinem Akku in der Gruppe B und ein Tesla Model 3 LR RWD mit großem Akku in der Gruppe C. Zwei Autos, zwei Strategien, doppelt so viele Chancen auf gute Bilder – und mindestens doppelt so viele Gründe, zwischendurch mal den Überblick zu verlieren, wer gerade wo unterwegs ist.
Anschließend hieß es: Akkus vollmachen – und zwar nicht nur bei den Autos, sondern gefühlt auch bei den Fahrern, Teams und meinem eigenen Kreislauf. Kaum waren die Fahrzeuge wieder aufgeladen, ging es schon weiter in die Startaufstellung. Dort herrscht immer diese besondere Mischung aus Vorfreude, Nervosität und „Hoffentlich klebt der Aufkleber noch da, wo er hingehört“.
Bevor der Rennmodus endgültig aktiviert wurde, standen noch die offiziellen Teamfotos an. Alle schön aufgereiht, Autos frisch geputzt, Jacken geradegezogen, und jeder versucht, gleichzeitig cool und konzentriert auszusehen. Ein bisschen wie Klassenfoto – nur mit mehr Strom, mehr Adrenalin und deutlich weniger Stillstehen.
Um 15:00 Uhr fiel dann endlich der Startschuss für das 24‑Stunden‑Rennen – dieser Moment, in dem der ganze Hockenheimring einmal tief einatmet und dann kollektiv explodiert. Natürlich habe ich den Start fotografiert, inklusive der typischen Mischung aus Rauch, Spannung und „Wer fährt jetzt eigentlich wohin?“. Danach ging’s für mich auf Wanderschaft rund um die Strecke. Verschiedene Kurven, verschiedene Perspektiven, verschiedene Geräuschpegel – und überall perfekte Motive. Der Hockenheimring ist da wie ein riesiges Fotobuffet: Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinhalten soll, aber man nimmt am Ende sowieso alles mit.
Abends bin ich dann noch einmal durch die Boxen gezogen – dort, wo die Autos in ihrer Ladepause aussehen wie Rennpferde, die kurz am Heuballen knabbern, bevor’s weitergeht. Perfekte Gelegenheit für ein paar stimmungsvolle Fotos: ruhende Boliden, leise surrende Lader, Mechaniker mit dem „Jetzt kurz durchatmen“-Blick. Genau diese Mischung aus Stille und Spannung macht die Abendstunden in der Boxengasse so besonders.
Danach ging’s weiter ins Live‑Streaming‑Studio von Rote Jacken Racing. Dort herrschte eine ganz eigene Atmosphäre: Monitore, Headsets, konzentrierte Gesichter und dieser typische „Wir sind live in 3…2…1…“-Vibe. Ein paar Aufnahmen von dort mussten natürlich auch sein – schließlich gehört das Studio genauso zum Rennen wie die Strecke selbst.
Zum Abschluss des Tages habe ich mich dann noch auf die Tribüne verzogen und ein paar Langzeitbelichtungen gemacht. Lichtspuren auf dem Hockenheimring sind einfach ein Klassiker: die Autos ziehen wie glühende Linien durch die Dunkelheit, und man merkt erst auf dem Display, wie viel Dynamik in so einer einzigen Sekunde steckt. Ein perfekter fotografischer Tagesausklang, bevor die Nachtphase des Rennens richtig Fahrt aufnimmt.
Sonntag, zweiter Renntag – und für mich hieß das: früh raus, bevor überhaupt jemand darüber nachdenken konnte, den ersten Kaffee zu holen. Ich wollte den Sonnenaufgang nicht verpassen, und das hat sich mehr als gelohnt. Der Morgen war noch leicht nebelig, so ein feiner Schleier über dem Hockenheimring, der alles in eine fast magische Stimmung getaucht hat. Perfekt zum Fotografieren: weiches Licht, lange Schatten, ein Hauch Mystik und dazu das leise Erwachen der Rennstrecke. Genau diese Momente, in denen man merkt, warum man sich überhaupt so früh aus dem Bett quält.
Anschließend habe ich rund um die Strecke noch weitere Bilder aus verschiedenen Positionen gemacht – einmal quer durch den Hockenheimring, sozusagen mein persönlicher „Fotografen‑Zehnkampf“. Jede Kurve hat ihren eigenen Charakter, jede Gerade ihr eigenes Licht, und je nachdem, wo man steht, sieht das gleiche Auto plötzlich komplett anders aus. Mal nah dran, mal weit weg, mal tief unten am Zaun, mal oben von der Tribüne – ein bisschen wie Pokémon sammeln, nur dass man statt bunter Monster eben perfekte Rennmomente jagt. Und genau diese Vielfalt macht den zweiten Renntag fotografisch so spannend.
Zurück in der Boxengasse stolperte ich direkt in die nächste kleine Renn‑Soap: Mehrere Fahrzeuge wurden aus unterschiedlichsten Gründen reingerufen, um ein paar Strafminuten abzusitzen. Das Ganze wirkte ein bisschen wie die „Stillen Treppen“ des Motorsports – nur dass statt Hausaufgabenvergessen eher Dinge wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Überholmanöver mit kreativer Auslegung oder ein etwas zu enthusiastischer Boxengasseneinlauf dahinterstecken.
In den Boxen standen die Autos dann wie schuldbewusste Schüler in der Ecke, während die Teams versuchten, die Situation mit Humor, Strategie und einem Hauch Galgenlachen zu meistern. Für mich natürlich ein gefundenes Fressen für ein paar authentische Fotos: echte Emotionen, echte Rennmomente, echte Geschichten.
Kurz vor Rennende bin ich dann noch einmal auf die Tribüne hoch, um von dort die letzten Runden einzufangen – der perfekte Ort, wenn man die finale Rennstimmung komplett aufsaugen will. Von oben sieht man einfach alles: die letzten Überholversuche, die leicht angeschlagenen Fahrzeuge, die sich tapfer ins Ziel retten, und die Teams, die unten in der Boxengasse schon halb jubeln, halb bangen. Genau diese Mischung aus Spannung, Erleichterung und „Gleich haben wir’s geschafft“ macht die Schlussphase so besonders. Und fotografisch sowieso ein Jackpot: lange Linien, volle Dynamik, und das Wissen, dass jede Runde die letzte sein könnte.
Jetzt hieß es schnell zurück in die Boxengasse, denn die Zieleinfahrt wollte ich natürlich nicht verpassen. Dieser Moment, wenn die letzten Meter gefahren werden, die Teams schon halb jubeln und halb den Atem anhalten, ist einfach Gold wert – fotografisch wie emotional. Also im Eilschritt zurück, Kamera bereit, Finger am Auslöser, und dann die Ziellinie im Blick: erschöpfte Autos, erleichterte Fahrer, jubelnde Teams. Genau die Art von Finale, für die man 24 Stunden lang durchhält.
Danach noch ein paar Bilder von den Autos, wie sie nach der Zieleinfahrt zurück in die Boxengasse rollen – dieser Moment, in dem die Spannung langsam abfällt und die Erleichterung sichtbar wird. Die Fahrzeuge kommen einzeln rein, teils gezeichnet von 24 Stunden Dauereinsatz, teils erstaunlich frisch, aber alle mit derselben Botschaft: Wir haben’s geschafft.
Die Teams stehen bereit, klopfen aufs Dach, winken den Fahrern zu, manche lachen, manche wirken einfach nur müde – und genau diese Mischung macht die Fotos so besonders. Es ist der Übergang vom Rennmodus zurück in die Realität, vom Adrenalin zum Durchatmen. Und fotografisch ist das einer der ehrlichsten Momente des ganzen Wochenendes.
Zum guten Schluss natürlich noch die Siegerehrung – der Moment, auf den alle 24 Stunden lang hingearbeitet haben. Und dieses Mal durfte Rote Jacken Racing, mit denen ich das ganze Wochenende über zusammen fotografiert habe, richtig feiern.
Die Ergebnisse konnten sich mehr als sehen lassen:
- Tesla Model 3 LR RWD — 1. Platz in der Gruppe C und zusätzlich 1. Platz in der Gesamtwertung.
- Ein nahezu perfektes Rennen, konstant schnell, zuverlässig und am Ende völlig verdient ganz oben auf dem Podium.
- Tesla Model 3 SR — 2. Platz in der Gruppe B und 5. Platz in der Gesamtwertung.
- Für das Fahrzeug mit dem kleineren Akku eine richtig starke Leistung, vor allem über die lange Distanz.
Die Stimmung bei der Siegerehrung war entsprechend ausgelassen: Pokale, Applaus, strahlende Gesichter und jede Menge Emotionen. Genau der Moment, in dem man merkt, wie viel Herzblut, Teamarbeit und Durchhaltevermögen in so einem 24‑Stunden‑Rennen steckt – und warum es sich lohnt, jede Minute davon zu dokumentieren.
Fazit zum Rennwochenende
Das Rennwochenende war eine runde Mischung aus intensiver Rennatmosphäre, fotografischen Highlights und echten Team‑Momenten. Vom ersten Rundgang durch die Boxen über die Einführungsrunden bis hin zur Nachtphase und dem finalen Zieleinlauf hat sich ein klarer roter Faden gezeigt: Energie, Einsatz und Emotionen auf allen Ebenen.
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Was das Wochenende geprägt hat
- Starke fotografische Vielfalt
- Frühnebel am Sonntagmorgen, Lichtspuren in der Nacht, Action auf der Strecke, ruhige Ladepausen in der Boxengasse und konzentrierte Gesichter im Livestream‑Studio – selten bietet ein Event so viele unterschiedliche Stimmungen in so kurzer Zeit.
- Intensive Rennmomente
- Von der technischen Abnahme über Strafminuten bis hin zu den letzten Runden war alles dabei, was ein 24‑Stunden‑Rennen ausmacht: Spannung, kleine Dramen, taktische Entscheidungen und diese besondere Mischung aus Stress und Euphorie.
- Teamgeist und Professionalität
- Rote Jacken Racing hat nicht nur auf der Strecke überzeugt, sondern auch hinter den Kulissen. Ob Boxenarbeit, Livestream, Vorbereitung oder Umgang mit Rückschlägen – das Team hat gezeigt, wie gut eingespielt es ist.
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Sportlicher Erfolg als Krönung
Die Ergebnisse sprechen für sich:
- Tesla Model 3 LR RWD
- 1. Platz in Gruppe C
- 1. Platz in der Gesamtwertung
- Tesla Model 3 SR
- 2. Platz in Gruppe B
5. Platz in der Gesamtwertung
Damit war das Wochenende nicht nur fotografisch, sondern auch sportlich ein voller Erfolg – ein doppelter Grund zum Feiern und ein perfekter Abschluss für 24 intensive Stunden.
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Gesamtbewertung
Ein Wochenende, das alles hatte: starke Bilder, spannende Rennmomente, ein top motiviertes Team und am Ende zwei Fahrzeuge, die sich ganz vorne platzieren konnten. Genau die Art von Event, die man gerne dokumentiert – und die einem noch lange im Kopf bleibt.