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01.01.2026: Von Piilijärvi nach Kilpisjärvi
Zu allererst mal unser Neujahrs-Lightpainting, welches Peer und ich am Vorabend aufgenommen haben (bei -31,5°C).

Nachdem wir in der Kota auf das neue Jahr angestoßen hatten, ging es erst einmal wieder hinaus in die klare, bissige Kälte Lapplands – schließlich wollte die Kamera auch ihren Neujahrsspaziergang haben. Wir hofften natürlich auf ein spektakuläres Polarlicht‑Feuerwerk, aber der Himmel war an diesem Abend eher schüchtern. Mit bloßem Auge war kaum etwas zu erkennen. Später auf den Fotos zeigte sich dann doch ein Hauch von Grün – so schwach, dass man fast dachte, die Kamera hätte es aus Höflichkeit dazugemalt.
Die Kota lag direkt an einem riesigen, komplett zugefrorenen See, der im Mondlicht aussah wie eine glatte, endlose Eisfläche aus einem Fantasy‑Film. Und obwohl die Polarlichter sich rar machten, bekamen wir dafür ein anderes Naturphänomen geschenkt: einen Mond‑Halo.
Der Mond stand kurz vor Vollmond und trug einen perfekten, hellen Ring – als hätte er sich für die Silvesternacht extra herausgeputzt. Für mich war es das erste Mal, so etwas live zu sehen. Ein Mond‑Halo entsteht, wenn Mondlicht in der oberen Atmosphäre an winzigen Eiskristallen gebrochen wird, in etwa 8–10 km Höhe. Durch die feste Geometrie dieser Kristalle entsteht ein konstanter Ablenkwinkel von rund 22°, weshalb der Ring immer gleich groß erscheint.
Kurz gesagt: ein himmlischer Neujahrsgruß, den man nicht so schnell vergisst.
Nach ein paar Stunden Schlaf – genug, um wieder wie Menschen zu funktionieren, aber zu wenig, um wirklich wach zu sein – ging es gegen 9:00 Uhr weiter Richtung Kilpisjärvi. Auf nach Finnland, neues Land, neues Jahr, neue Abenteuer.
Unterwegs bekamen wir dann direkt tierische Gesellschaft: drei Elche standen gemütlich am Straßenrand, als würden sie den Verkehr kontrollieren. Ein kurzer Blick von ihnen, ein kurzer Blick von uns – und weiter ging’s.

An der schwedisch‑finnischen Grenze hatten wir einen Ladestopp und die Mittagspause eingeplant. Da ich im Ort vor der Grenze noch ein paar Fotos machen wollte, hat Peer mich dort rausgelassen. Ich konnte in Ruhe fotografieren, während er schon mal zum Tesla‑Supercharger rollte.
Als ich später zu Fuß über die Grenze nach Finnland spazierte (kann man ja auch nicht jeden Tag behaupten), traf ich Peer wieder – leicht genervt, denn er versuchte seit über einer halben Stunde, den Audi zu laden.
Mir fiel dann auf, dass es am Ladeport ständig klick‑klick‑klick machte. Diagnose: Verriegelungsmechanismus eingefroren. Willkommen im echten Winter bei -30°C.
Zum Glück hat der Audi auf der anderen Seite noch einen AC‑Port, dessen Verriegelung nicht eingefroren war. Also erst mal AC‑Laden, Mittag essen und überlegen, wie man einen festgefrorenen CCS‑Port wieder auftaut.
Die Lösung war dann herrlich pragmatisch: Wir haben das Auto an der Gaststätte geparkt und den CCS‑Port zwei Minuten lang mit meinem Haarfön aufgetaut. Danach funktionierte die Verriegelung wieder einwandfrei – und wir konnten endlich wieder Schnellladen. Lappland‑Probleme erfordern Lappland‑Lösungen.

In Kilpisjärvi angekommen, haben wir erst einmal im Hotel eingecheckt und eine kurze Pause eingelegt – schließlich braucht selbst ein Abenteuer zwischendurch mal eine Verschnaufpause. Doch lange hielt es uns nicht drinnen, denn ab 20:00 Uhr waren Polarlichter vorhergesagt. Und wenn Lappland sagt „Polarlichter“, dann fährt man los. Punkt.
Also raus aus dem Ort, rein in die Dunkelheit, und eine schöne Location gesucht. Kaum standen wir richtig, ging das Schauspiel auch schon los: grüne Schleier, tanzende Bögen, ein Himmel, der aussah, als hätte jemand die Natur auf „Spektakulär“ gestellt.
Endlich konnten wir die Aufnahmen machen, auf die wir seit Tagen gewartet hatten – der Audi unter den Polarlichtern, perfekt in Szene gesetzt. Ein Moment, der die Kälte (mittlerweile -38°C) sofort vergessen ließ und den man so schnell nicht wieder vergisst.